TCM

Akupunktur bei chronischen Kopfschmerzen

Britische Wissenschafter sehen Akupunktur als der Schulmedizin überlegen an und fordern eine Erweiterung des Angebots im Britischen Gesundheitssystem.

Wissenschaftler aus England haben im British Medical Journal (BMJ) bmj.bmjjournals.com eine Untersuchung veröffentlicht, wonach Patienten nach einer Akupunktur – Behandlung, an 22 Tagen im Jahr seltener unter Kopfschmerzen litten als Patienten, die eine normale schulmedizinische Behandlung erhielten. Auch die Arztbesuche verringerten sich um 25 Prozent. Die akupunktierten Patienten waren um 15 Prozent weniger im Krankenstand und auch der Konsum von Schmerzmittel ging deutlich zurück.

Diese Analyse kam auf Basis von 401 Patienten aus ganz aus England und Wales zustanden, die von schweren Kopfschmerzen an mehreren Tagen der Woche berichtet hatten.

Die Patienten wurden von ihren Hausärzten zu den Studien zugewiesen: Die Patienten, die zwischen 18 und 65 Jahre alt sein und mindestens zweimal monatlich Kopfschmerzen haben mussten, wurden anschließend randomisiert. Das heißt, die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip verteilt. Die erste Gruppe erhielt bis zu 12 Akupunkturbehandlungen innerhalb von drei Monaten.

Die zweite Gruppe wurde zur Kontrolle von Ärzten mit normaler Schulmedizin behandelt. Alle Patienten ein Behandlungstagebuch indem sie führten zu Beginn der Studie sowie nach drei und nach 12 Monaten für 4 Wochen Ihre Beschwerden genau aufzeichneten.

Dabei verwendeten sie eine sechsteiligen Skala um die Schwere der Kopfschmerzen laufend festzuhalten. In der wissenschaftlichen Untersuchung, kommen die Forscher zu dem Schluss, dass die Einführung von Akupunkturangeboten für Patienten mit chronischen Kopfschmerzen langfristig Vorteile bringen würde. Einige empfehlen sogar dem allgemeinen Gesundheitssystem, Akupunktur bei Kopfschmerzen als Erweiterung des bestehenden Angebotes sei in Betracht zu ziehen.

Akupunktur

Bei dem Begriff Akupunktur handelt es sich um ein Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Grundlage sind die Lebensenergien des Körpers (Qi), die auf den definierten Längsbahnen, den so genannten Meridianen zirkulieren und Einfluss auf sämtliche Körperfunktionen haben sollen. Infolge dessen wird ein gestörter Energiefluss auch für zahlreiche Krankheiten verantwortlich gemacht. Um diesen wieder auszugleichen wird bei der Akupunktur Nadeln in und auf den Meridianen gesetzt, wo sich Akupunkturpunkte befinden.

Konzept

Das Behandlungskonzept der Akupunktur basiert auf der Lehre von Yin und Yang und greift auf insgesamt drei Verfahren zurück:

  1. Setzen von speziellen Akupunkturnadeln auf den Akupunkturpunkten
  2. Erwärmung der Akupunkturpunkte (Moxibustion)
  3. Massage der Akupunkturpunkte (Akupressur)

Rund 400 Akupunkturpunkte wurden bereits maßgeblich benutzt, um die Lebensenergie des Körpers wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Um die Prozedur zu vereinfachen wurde vor einiger Zeit ein heute übliches Modell eingeführt, das die zwölf Hauptmeridiane umfasst. Dieses Modell wird von acht Extrameridianen und einer Reihe so genannter Extrapunkte ergänzt. Nach Ansicht vieler Vertreter der TCM beeinflusst das Einstechen von Nadeln in die Akupunkturpunkte den Fluss des Qi (= Lebensenergie).

Durchführung

Eine Akupunktursitzung dauert in etwa 20 bis 30 Minuten. Die Patienten werden dabei ruhig und entspannt gelagert und befinden sich daher in einer sitzenden und liegenden Haltung. Bevor die Akupunkturnadeln in die Haut der Patienten gestochen werden, werden die anvisierten Stelle und die unmittelbare Umgebung leicht massiert. Es wird versucht während jeder Sitzung so wenige Punkte wie möglich zu setzen, aber auch wenn des Öfteren eine Maximalzahl von 16 Nadeln angegeben wird, kann diese in Einzelfällen auch überschritten werden.

Einsatzgebiete

Die Weltorganisation (WHO) hat im Jahre 2003 eine Indikationsliste für Akupunktur herausgegeben, die die folgenden Bereiche umfasst: Erkrankungen des Atmungssystems, Schlafstörungen, Bronchialasthma, gastrointestinale Störungen, neurologische Störungen, Augenerkrankungen, Erkrankungen im Mundbereich und muskuloskeletale Erkrankungen. Des Weiteren wird die Akupunkturbehandlung auch bei chronischen Schmerzen und Schwangerschaftsbeschwerden angewandt.